Inkontinenz

Inkontinenz bezeichnet das Unvermögen Urin willkürlich zurück zu halten oder zu entleeren.

  • auch Blasenschwäche genannt
  • oftmals Begleiterscheinung einer anderen Krankheit
  • wenn keine Behandlung der Primärkrankheit erfolgt, dann kann es chronisch werden
  • Frauen sind zu 15% und Männer zu ca. 8% von Inkontinenz betroffen

Ursachen für Inkontinenz können sein:

  • Schlaganfall
  • Parkinson
  • Multiple Sklerose
  • Alzheimer oder Demenz
  • Verletzungen der Schließmukslulatur
  • neurogene Störungen
  • altersbedingte Erschlaffung des Schließmuskels
  • operative Eingriffe an Prostata oder Blase
  • Medikamenteneinwirkung

Unterscheidungsformen:

1. Stressinkontienenz:

  • bei Bindegebewebsschwäche, Beckenbodeninsuffizienz -> z.B. nach Geburten
  • Folge eines Versagens des Verschlussmechanismuses am Blasenausgang
  • Urinverlust beim Husten, Niesen, Lachen oder Heben
  • kein Harndrang

2. Dranginkontinenz:

  • schon bei geringer Blasenfüllung wird Harndrang ausgelöst
  • Zurückhalten des Urins meist nicht möglich
  • hervorgerufen durch Blasenentzündung oder neurologische Erkrankungen

3. Reflexinkontinenz:

  • durch Rückenmarkserkrankungen oder unfallbedingte Schäden des Rückenmarks
  • Blase entleert sich ohne Harndrang über einen Rückenmarksreflex
  • Harnfluss kann nicht willkürlich unterbrochen werden

4. Überlaufinkontinenz:

  • durch Prostataleiden oder Verengung der Harnröhre kann sich die Blase meist nicht vollständig entleeren
  • Blase ist dauerhaft mit einer Restmenge Urin gefüllt, der manchmal tropfenweise abgeht

5. Extraurethrale Inkontinenz:

  • Urinverlust außerhalb der Harnröhre
  • durch angeborene Harnröhrenmissbildungen oder Fistelgänge, die sich aufgrund einer Entzündung oder als Folge einer Bestrahlung gebildet haben

Hilfsmittelarten bei Inkontinenz:

körpernahe:

  • absorbierend:
    • Einlagen
    • Höschen
    • Vorlagen
    • Windeln
  • ableitend
    • extern:
      • Kondom-Urinal
      • Bettbeutel
      • Urinflaschen
    • invasiv:
      • Katheter

körperferne:

  • einmal:
    • Einmalunterlagen für das Bett
    • Krankenunterlagen
  • waschbar:
    • Unterlagen wiederverwendbar
zusätzliche Therapie:
  • Hautpflege
  • Ernährung
  • Bewegung
  • Blasentraining
  • Operation
  • Medikamente

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